Kampagne “Bauer sucht Land”

Für eine bäuerliche Agrarkultur in Ostdeutschland – Für eine faire Bodenvergabe!

Aufruf von Jungbbäuer*innen, Student*innen und Auszubildenden an die Agrar- und Finanzminister der Länder und des Bundes

Die Agrarstruktur in Ostdeutschland ändert sich rasant. Spekulation und „Landgrabbing“ außerlandwirtschaftlicher Investoren sorgen für explodierende Bodenpreise und  Großbetriebe, denen es nur um kurzfristige Gewinne und das Abschöpfen von  Subventionen geht. Sie agieren ohne regionale Verankerung und Wertschöpfung. Umweltschutz, Nachbarschaftshilfe oder die Lebensqualität ländlicher Regionen, sowie soziale Strukturen spielen für diese Investoren eine marginale Rolle.

Bäuerliche Betriebe und ExistenzgründerInnen haben in diesem „Agrar-Monopoly“ schlechte Karten. Die derzeitge Agrarpolitik begünstigt Großbetriebe und kapitalkräftige Investoren. Sie führt in den ostdeutschen Bundesländern zum Gegenteil dessen, was offiziell zur Zukunft der ländlichen Räume postuliert wird: Die ländlichen Regionen bluten weiter aus. Tausende Arbeitsplätze auf dem Land gehen verloren. Regionale Kreisläufe werden durch die Agrarindustrie verdrängt. Die Arten und Sortenvielfalt sinkt. Böden werden ausgebeutet. Massentierhaltung, Agrarwüsten, Lebensmittel- und Umwelt-skandalen sind Tor und Hof geöffnet. Kurz: Unsere lokale Agrarkultur geht den Bach runter! Für die Folgen dieser Politik zahlen nicht die Verursacher, sondern alle.

Wir sind junge Bäuerinnen und Bauern, Student*innen und Lehrlinge in der Land wirtschaft. Wir sind gut ausgebildet, kreativ und engagiert. Wir haben ein Bewusstsein für den Wert von Land, Boden und Lebensmitteln.

Wir wollen auf dem Land leben und arbeiten, Familien gründen, unsere Kulturlanschaft
bewahren, faire Arbeitsplätze schaffen und Steuern zahlen. Wir wollen Zukunft gestalten, für uns und alle Menschen in der Region.

Wir brauchen keine Geschenke. Wir brauchen Land zu Konditionen, die eine Existenzgründung möglich machen. Wir sind bereit, wirtschaftliche Risiken zu tragen, aber wir brauchen eine faire Chance beim Zugang zu Agrarland.

Wir fordern neue Regeln für die Bodenprivatisierung durch die BVVG. Die noch vorhandenen Flächen sollen nach agrarstrukturellen Aspekten zugunsten einer bäuerlichen Landwirtschaft privatisiert oder verpachtet werden. Für Neu- und QuereinsteigerInnen in die Landwirtschaft fordern wir bessere Chancen, z.B. durch begrenzte Ausschreibungen kleiner Lose unter 10 ha.

Notwendig sind auch neue Initiativen, die bäuerliche Existenzgründungen und Hofnachfolgen fördern (Ausbildung, Beratung, Finanzierung). Hierzu gehört die Sicherung vorhandener und die Schaffung neuer Hofstellen.
Darüber hinaus fordern wir wirksame Gesetze gegen die Konzentration von Agrarland in wenigen Händen und eine Kappung der Subventionen für die Agrarindustrie.

Wir nehmen nicht länger hin,
• dass die Agrarindustrie-Lobby weiter die Richtung der Politik bestimmt
• dass unser Agrarland außerlandwirtschaftlichen Investoren ausgeliefert wird
• dass wenige Großbetriebe den Löwenanteil der EU-Subventionen bekommen
• dass bäuerliche Betriebe systematisch benachteiligt werden
• dass Böden und Umwelt respektlos ausgebeutet werden.

Wir fordern: Bauernland in Bauernhand!
Schluss mit Landgrabbing! Macht endlich eine Poitik für eine vielfältige bäuerliche Kultur zugunsten unserer ländlichen Regionen und unserer Umwelt!

BÜNDNIS JUNGE LANDWIRTSCHAFT
www.stopp-landgrabbing.de

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