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Landbesetzungs-Aktion “Tanz ums Land” – Ein voller Erfolg

Pressemitteilung Bündnis Junge Landwirtschaft e.V., Eberswalde 26.07.2016

Etwa 150 Menschen, darunter viele angehende Jungbäuer*innen, besetzten von Samstag auf Sonntag begleitet von mehreren Kamerateams landwirtschaftliche Flächen bei Breydin, südlich von Eberswalde.

Ziel der Aktion war es darauf aufmerksam zu machen, dass es viele junge, gut ausgebildete Landwirt*innen gibt, die jedoch keinen Zugang zu Land haben.

Das Bündnis Junge Landwirtschaft (BjL) hatte gemeinsam mit dem Aktionsbündnis Agrarwende Berlin-Brandenburg zu der Besetzungsaktion aufgerufen:

Anlass für die Aktion war die Insolvenz von KTG-Agrar. Der Konzern bewirtschaftet europaweit 45.000ha und hat in den letzten Jahren mehr als 100Mio.€ EU-Direktzahlungen verschlungen. Die Insolvenz zeigt nun, dass diese Art von industrieller Landwirtschaft keine Zukunft hat!

Bei einer Kundgebung berichteten fünf Bäuer*innen aus der Region über ihre Erfahrungen im Ringen um Land. Sie umrissen die politischen Probleme am Bodenmarkt und zeigten zugleich Wege zu einer nachhaltigen und regional eingebetteten Landwirtschaft auf:

“Zweimal im Jahr sind irgendwelche Dienstleister auf die örtlichen KTG-Flächen angerückt. Die haben eine halbe Stunde auf dem Feld gearbeitet und dann waren sie wieder weg”, erzählt Barnims Kreisbauernverbandsvorsitzender Holger Lampe. “Mit Landwirtschaft hat das nichts zu tun, und unsere Dörfer interessieren die auch nicht”, ist ihm klar.

„Durch investorenfreundliche, staatliche Landverkäufe ist in den letzten Jahren eine Finanzblase am Bodenmarkt entstanden, die bäuerliche Existenzen sowie das Geld zahlreicher Privatanleger vernichtet hat – unsere Region wurde in eine vermaiste Monokultur verwandelt.

Wir fordern daher: Die 45.000ha an kleinbäuerliche Betriebe umzuverteilen und einen sofortigen Stopp weiterer Landverkäufe aus staatlicher Hand. Wir wollen einen ländlichen Raum, der nachhaltig gestaltet wird durch Menschen aus der Region. Wir wollen die Agrarwende – JETZT!“, so Paul Hofmann (Ökolandbau-Student aus Eberswalde und Pressesprecher der Aktion).

Julia Bar-Tal, die den “Hof Bienenwerder” bei Müncheberg (Märkisch-Oderland) bewirtschaftet, hat drei Jahre lang mit der BVVG gekämpft, um schließlich 50 Hektar Land zu bekommen. “Wir müssen uns das Mitbestimmungsrecht bei der Landvergabe wieder erkämpfen”, ist sie überzeugt. “Boden ist Gemeingut und das muss auch so bleiben!”

“Jetzt ist die Brandenburger Landesregierung gefragt: Die Einführung einer Junglandwirteförderung und eine Kappung bei der Flächenprämie, wie sie von der EU vorgesehen ist, wären erste Schritte in Richtung Zukunft“, verdeutlichte Anja Hradetzky eine junge Milchbäuerin aus Stolzenhagen. Jan Sommer (Landwirt und Kreistagsabgeordneter (Bündnis 90/Grüne)) ergänzt “Das Land braucht junge Menschen! Und was wir jetzt brauchen sind Politiker, die Mumm zu einer aktiven Bodenpolitik haben.”

Ludwig Seeger, Gemüsebauer vom Bürgergut Börnicke, hat das Vertrauen in die staatlich beauftragte Bodenverwertungs und -Verwaltungs GmbH (BVVG) verloren:

“Wenn Ihr Land sucht, müsst Ihr Euch an die Kirchengemeinden vor Ort wenden.” Diesen sei nämlich in einer Handreichung von der Kirchenleitung empfohlen worden, bei Neuverpachtungen Kriterien wie Regionalität, Nachhaltigkeit, Ökologie und soziale Strukturen zu berücksichtigen sowie jungen Bewerben den Einstieg in die Landwirtschaft zu erleichtern.

Nach diesen Worten stürmten die Teilnehmer*innen bewaffnet mit Mistgabeln und Bannern wie „Lasst und aufs Land“ und „Für eine gerechte Bodenpolitik“ auf die Energie-Maisfläche von KTG-Agrar. Die Polizei forderte die Besetzer*innen unter Androhung von Strafverfolgung wegen Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung dazu auf die Fläche umgehend zu räumen. Der Eigentümer KTG-Agrar tauchte jedoch nicht auf.

Nach einer längeren verbalen Auseinandersetzung beschlossen die Besetzer*innen ihr Camp auf die angrenzende Weide zu verlagern. Da eine Konfrontation mit der Polizei nicht Ziel der Veranstaltung war.

Im Anschluss harrten über 100 Jungbäuer*innen die ganze Nacht auf der besetzten Fläche aus. Sie tanzten passend zum Motto „Tanz ums Land“ zu elektronischer Tanzmusik um den KTG-Acker, den sie so gerne bewirtschaften würden. “Wir feiern unsere politischen Forderungen! Das verbindet ganz einfach Spaß und Sinn!”, sagt Lukas Denker (DJ und Ökolandbaustudent aus Eberswalde) beim morgendlichen Zelte-Abbau.

Die Besetzer*innen betonten abschließend nochmals, dass sie das weitere Geschehen um die KTG-Agrar-Insolvenz genau verfolgen würden: “Auch, wenn die Insolvenzverwaltung wie von dem Konzern beantragt in Eigenregie läuft und zunächst der Betrieb der meisten Töchter weitergeht, müssen die politisch Verantwortlichen Konsequenzen aus den Erfahrungen ziehen. Landwirtschaft funktioniert nicht per Fernsteuerung und darf nicht Finanzinvestoren übereignet werden.“

Video von der Aktion: Tanz um Land in Trampe (Brandenburg)


KTG ist pleite – was passiert nun?
Tanz ums Land - Junglandwirt*innen tanzen für eine zukunftsfähige Landvergabepolitik
Samstag 23.07.2016 bei Eberswalde
Programm
16:00 Der Brunch
17:00 Protestaktion und Infoveranstaltung
18:00 Live Musik mit Überraschungsbands
ab 21:00 elektronische Tanzmusik auf dem Acker
Hintergrund:
Anlass für die Aktion ist die Insolvenz von KTG-Agrar. Der Konzern bewirtschaftet 45.000 ha und hat in den letzten Jahren mehr als 100 Mio.€ EU-Direktzahlungen verschlungen.
Durch investorenfreundliche, staatliche Landverkäufe ist eine Finanzblase entstanden, die bäuerliche Existenzen sowie das Geld zahlreicher Privatanleger vernichtet hat; unsere Region wurde in eine vermaiste Monokultur verwandelt.
Wir fordern daher: Die 45.000 ha an kleinbäuerliche Betriebe umverteilen und einen sofortigen Stopp weiterer Landverkäufe aus staatlicher Hand. Wir wollen einen ländlichen Raum, nachhaltig gestaltet durch Menschen aus der Region. Wir wollen die Agrarwende – JETZT!  
—>Mehr Infos: www.agrarwen.de

Ort: Der Treffpunkt liegt südlich von Eberswalde an der Straße zwischen Trampe und Klöbbicke.


Wir haben es Satt 2016 – Wie jedes Jahr waren wir wieder auf der Wir-haben-es-satt-Demo in Berlin für eine bäuerliche Landwirtschaft auf der Straße. Dieses Mal mit Anja am Steuer des Traktors, den sie aus Lunow-Stolzenhagen nach Berlin fuhr. Nach der Demo gab es noch Podiumsdiskussionen in der Heinrich-Böll-Stiftung. Auch dort war das Bündnis Junge Landwirtschaft in verschiedenen Panels vertreten.

Auf der diesjährigen Demo ging es natürlich um die Themen, Massentierhaltung, Tierfabriken, Genfutter und TTIP. Interessanterweise ist der Teil der VeganerInnen erheblich gewachsen. So hatten wir dieses Jahr definitiv mehr Menschen, die für eine tier- oder fleischlose Landwirtschaft demonstrieren. Solidarisch mit Bäuerinnen und Bauern aus Syrien bildeten wir uns einen Blog mit dem syrischen Demowagen.

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Am 8. Oktober 2015 startet der Film “LANDRAUB” in den Kinos. Er beleuchtet die Situation des Landgrabbings auf globaler Ebene. Unternehmen und Staaten kaufen massiv fruchtbares Ackerland auf, das bringt die lokale Bevölkerung in den jeweiligen Ländern in starke Bedrängnis.


Als Gründungsmitglied des Aktionsbündnis Agrarwende Berlin-Brandenburg unterstützen wir das Volksbegehren gegen Massentierhaltung in Brandenburg! Trotz des großen Erfolgs der Unterschriftensammlung mit knapp 34.000 Stimmen wurden die Forderungen der Volksinitiative Brandenburg „Stoppt Massentierhaltung“ in der Landtagssitzung vom 18.03.2015 mehrheitlich abgelehnt. Aus diesem Grund hat sich das Aktionsbündnis entschieden, ein Volksbegehren zu beantragen. Mit der Weiterverfolgung des direktdemokratischen Instrumentes der Volksgesetzgebung wollen wir unsere Forderungen nach mehr Tierwohl und dem Stopp von Mega-Mastanlagen durchsetzen. Jetzt Unterlagen anfordern!

Weiterführender Link zur Kampagnenseite des Volksbegehrens Massentierhaltung

 

50.000 Menschen haben Agrarindustrie satt und sind darum am 17. Januar 2015 wieder nach Berlin gefahren, um mit den Füßen abzustimmen. Für eine Neuausrichtung der Landwirtschaft hin zu bäuerlichen Strukturen, mehr Umwelt- und Naturverträglichkeit und für mehr Tierschutz. Jungbäuerinnen und -bauern vom Bündnis Junge Landwirtschaft waren natürlich mit dabei und haben mit einer Performance zur Bodenpolitik und Landvergabe gezeigt, wie wichtig für uns junge Leute der Zugang zu Land ist.

Am 31. August 2014 war es endlich soweit: Die erste “Wir haben es satt” Demonstration in Potsdam. Zusammen mit 3000 Leuten haben wir für eine bäuerliche Landwirtschaft, gute Lebensmittel und hohe Tierschutzstandarts und gegen Landgrabbing, Monokulturen und Massentierhaltung demonstriert.

Wir bedanken uns für die Antworten auf unseren Offenen Brief zu den Europawahlen. Nachzulesen sind diese unter  Antworten zu Offenen Brief bis 14.05.14

Unser Offener Brief von Bündnis Junge Landwirtschaft und junger Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (jAbL) an alle Abgeordneten und Kandidaten zu den Europawahlen am 25. Mai 2014: Jetzt säen um später zu ernten! Wir brauchen eine Landwirtschaft mit neuen jungen Bäuerinnen und Bauern.

Bündnis Junge Landwirtschaft e.V. unterstützt den Aufruf zur Brandenburger Volksinitiative “Stoppt Massentierhaltung”. Jetzt unterschreiben! Weitere Infos auf www. agrarwen.de.

 Unterschriftenliste zum ausdrucken und kopieren.

 

 

Bienenwerder resists!